Es gibt hunderte von Therapieangeboten. Von der medizinischen Hilfe bei echten körperlich-seelischen Krankheiten bis zu den Wohlfühl-Offerten von Wellness-Therapeuten sind alle Möglichkeiten gegeben.
Aber hinter jedem Angebot steht eine Haltung, eine Einstellung zu dem, was das Leben und die Biografie eines Menschen ist.
Um Ihnen eine ungefähre Orientierung zu ermöglichen, sollen im Folgenden die therapeutischen Verfahren unter dem Aspekt der 'Haltung' betrachtet werden.
Die Vielfalt der Therapieangebote lässt sich auf einige wenige Grundkonzepte zurückführen. In den Anfängen, vor 1900, ging man noch davon aus, dass seelische Störungen ihre Ursachen immer und ausschließlich in Erkrankungen des Gehirns oder der Nerven hätten. Diese Ansichten sind bis heute innerhalb des Wissenschaftsbetriebs sehr verbreitet, nur dass man sich dabei eher auf das genetische Material beruft.
Später hat man angefangen, auch andere Bereiche genauer zu untersuchen. Die einen haben sich mit dem menschliche Verhalten befasst, mit seiner Fähigkeit zu lernen und sich Handlungen und Reaktionen anzugewöhnen. Andere habe erforscht, was es mit den Bereichen im Inneren des Menschen auf sich hat, die nicht bewusst sind. Sie fanden das von ‘dort’ viele Impulse zum Denken und Handeln herkommen.
Auf diese zwei Grundrichtungen lassen sich - nebst den rein naturwissenschaftlichen Ansätzen - alle psychologischen, und damit auch therapeutischen Haltungen zurückführen. Beide bestehen zunächst darauf, dass alle 'seelischen' Vorgänge im Wesentlichen auf körperlichen, physiologischen Prozessen beruhen. Während aber diejenigen, die sich auf das Verhalten (behaviour) und auf das Lernen beziehen, diese Orientierung bis heute beibehalten haben, entfernen sich einige andere, die von einem weitgehend unbekannten Unbewussten ausgehen, von der Fixierung auf die materiellen Gegebenheiten. Im Laufe des letzten Jahrhunderts, vielleicht so ab 1960, haben einzelne führende Köpfe langsam und in außerordentlich zaghaften Schritten damit angefangen, Prozesse in ihre Überlegungen mit einzubeziehen, die nicht materieller Natur sind.
Wer solches akzeptieren und in sein wie auch immer geartetes Denken über den Menschen integrieren kann, wird konsequenterweise seine Aufmerksamkeit von der materiellen und seelischen Ebene weiter auf einen dritten bereich ausdehnen, nämlich auf jenen des autonomen und bewussten Geistes.
Wir befinden uns mitten drin in dieser Entwicklung, und die Fülle der therapeutischen Verfahren beruht auf der Tatsache, dass alle Anschauungen, die älteren und die neueren und alle ihre Zwischenstufen und Variationen parallel nebeneinander bestehen und ihre Verfechter haben.
Es gibt vier Hauptrichtungen der Psychologie, aus denen alle abendländischen therapeutischen Verfahren hervorgegangen sind und die sich in die heute bekannten Anschauungen und Vorgehensweisen aufgliedern:
Wer die geistige Ebene miteinbezieht, so wie Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie das tat, der geht noch einen Schritt über diese Konzepte hinaus. Er erreicht damit eine fünfte Anschauung: jene der transpersonalen Psychologie. Jenseits der körperlichen und seelischen Gegebenheit schafft er damit Raum für die freie Persönlichkeit, die jeder Mensch im Grunde ist.