Als Familie möchten Sie
Wenn sich die Schwierigkeiten innerhalb der Familie trotz allen Bemühens nicht mehr lösen lassen, wenn die Auseinandersetzungen nur noch destruktiv sind, ist es besser, Hilfe zu holen. Der Versuch, die Familie aufrechtzuerhalten, lohnt sich immer: es ist lernbar, aus zerstörerischen Kommunikations- und Verhaltensmustern auszubrechen.
Jede Familie hat 'Spielregeln'. Die Mitglieder der Familie sind darauf eingestellt und sind dabei im Gleichgewicht. Wenn jemand zuwenig Freiraum hat oder wenn die Grenzen zu starr oder diffus sind, wird das ‘System’ Familie krank.
Wenn etwas nicht stimmt, dann erkennt man das oft nur an einer einzigen Person. Diese beginnt dann aufzufallen, zum Beispiel mit destruktivem oder sonstwie unpassendem Verhalten oder vielleicht mit einer ‘psychosomatischen’ Krankheit. Manchmal verhindern solche ‘Symptomträger’, wie sie in der Familientherapie genannt werden, dass die Familie auseinanderbricht. Die Magersucht der Tochter veranlasst die Eltern, sich um sie zu kümmern, auch wenn die Partnerschaft im übrigen eigentlich nur noch eine Streitgemeinschaft ist. Das Mädchen leidet natürlich unter ihrem Zustand; dennoch hat die ‘Störung’ eine positive Funktion.
Wenn Familien gelernt haben, Probleme und Symptome als positive Ressourcen zu erleben, wird es möglich, starre oder diffuse Grenzen, Machtkämpfe, krankmachende Schuldzuweisungen, ungerechte Kommunikationsformen aufzudecken und damit eben jene Probleme und Symptome dauerhaft überflüssig zu machen.